Über den Autor und diesen Blog

Diesen Blog betreibe ich neben meinem eigentlichen Beruf als Kommunikationsdesigner. Ideell unterstützt mich dabei die  Giordano Bruno Stiftung (gbs), die mir auch Anfang 2019 eine kleines Anschub-Stipendium gewährt hat.

Seit rund zehn Jahren arbeite ich u.a. mit der gbs an Kampagnen zu religiösem Fundamentalismus, Kinderrechten, Sterbehilfe, atheistischen Flüchtlingen und anderen humanistischen Positionen. Im Jahr 2014 war ich ziemlich empört über das große Datenschutz-Desaster inmitten „unserer freien Welt“, dem NSA-/Five-Eyes-Skandal. Edward Snowdens Bewertung konnte ich mich nur anschließen: „Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die solche Dinge tut“.

Als die Politik die Sache aussaß und über Jahre keine echten Verbesserungen erreicht wurden, wollte ich nicht länger zuzuschauen. Denn digitale Themen sind ein Kernfragen der Zivilgesellschaft. So kam es, dass ich 2018 einen Workshop für die gbs und den hpd veranstaltet habe, in dem humanistische Positionen zu einem breiten Spektrum von IT-Fragen diskutiert wurden. Das daraus entstandene Positionspapier „WIE muss Technik?“ kann hier geladen werden. (Auf englisch: hier) Es enthält eine Reihe von Vorschlägen zu digitalen Grundrechten, die wir u.a. bei der UNO eingereicht haben.

Einerseits war ich erleichtert festzustellen, wie viele intelligente Menschen an Lösungen für eine freie und pluralistische Zukunft arbeiten. Andererseits erlebte ich, wie Diskussionen oft absichtsvoll in abseitige Gefilde gesteuert wurden und die grundlegenden Fragen aus dem Blickfeld gerieten. Die grundlegendste ist dabei die nach der menschlichen Natur und unserer Fähigkeit, Probleme durch die Vereinbarung von Regeln zu lösen. So, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 70 Jahren geschehen ist, die unbestritten einen Meilenstein in der Entwicklung des Menschen darstellt.

Darum geht es in diesem Blog also: um neue digitale Regeln für lebendige, pluralistische Gesellschaften. Denn nur diese haben das Potenzial, unsere zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen.

Peder Iblher
Referent für digitale Grundrechte
bei der Giordano-Bruno-Stiftung

Die gbs und ihre Philosophie

Die Giordano Bruno Stiftung (gbs, gegründet 2004) als Think-Tank zu bezeichnen ist eigentlich ein Understatement. Ihr Beirat vereint rund 50 kluge und klügste Menschen aus Wissenschaft, Philosophie, Kunst, Publizistik und anderen Fächern. Ihr Förderkreis umfasst inzwischen über 10.000 Personen.

Auch das Themenspektrum hat sich, ursprünglich ausgehend von Religionskritik, erheblich verbreitert. Es reicht von Schulmaterialien zur Evolution über ein naturalistisches Weltbild in der Medizin oder Hilfe für atheistische Flüchtlinge bis hin zum Recht auf einen selbstbestimmten Tod. Grundsätzliche Fragen werden gestellt, etwa die nach Grundrechten für Menschenaffen oder dem Transhumanismus.

Die zugrundeliegende Philosophie leitet sich von humanistischen Klassikern wie Epikur oder den Denkern der Aufklärung her und beruft sich vor allem auf den evolutionären Humanismus Julian Huxleys*. Dieser trug als erster UNESCO-Generalsekretär maßgeblich zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bei. „Evolutionäre Humanisten treten entschieden für die Werte der Aufklärung, für kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Freiheit und soziale Gerechtigkeit ein“, heißt es in der gbs-Broschüre Aufklärung im 21. Jahrhundert.

Die Digitalisierung sieht die gbs als einen mitentscheidenden Faktor zur Ausgestaltung der Zukunft. Eine entsprechende Ethik entwickelt sich erst schrittweise und muss gesellschaftlich verhandelt werden. In mehreren Zukunftssymposien hat die gbs gemeinsam mit der Integrata Stiftung  und dem Weltethos Institut über Fragen der KI und Datenethik konferiert. Die in einem von mir initiierten Workshop 2018 erarbeiteten Positionen zur Digitalisierung sind in der gbs-Broschüre WIE muss Technik? zusammengefasst.

Die Debatten allgemeinverständlich und interdisziplinär zu begleiten dürfte einer der Beiträge sein, den Humanisten in der Diskussion leisten können. Auch wenn wir natürlich in unseren eigenen Ideen und Filterblasen gefangen sind, so sind wir doch frei von Partikularinteressen und fühlen uns nur dem Gemeinwohl verpflichtet.

* Anmerkung: Julian Huxley wird eine Nähe zur Eugenik nachgesagt. Dieses Denken – einer Optimierung des Menschen durch Zuchtwahl – wird heute zu Recht sehr kritisch gesehen, die gbs hat sich von jeglichen Tendenzen in dieser Richtung distanziert. Auch eine Bemerkung von Richard Dawkins, dass Eugenik technisch natürlich machbar sei, wurde böswillig fehlinterpretiert; auch er lehnt dies aus ethischen Gründen klar ab.

Neben der gbs bin ich Mitglied bei der EFF, Electronic Frontier Foundation.

Politik und Weltanschauung

Seit 2020 bin ich Mitglied bei der Grünen LAG Netzpolitik in Berlin. Nach dem Motto: Wer mit 20 kein Anarchist war, ist nie jung gewesen; wer es mit 40 noch ist, ist nie erwachsen geworden. So bin ich heute überzeugter Verfechter des freiheitlichen Rechtsstaates, von Pluralismus, Bürgerrechten, Meinungsfreiheit und einer wachsamen Zivilgesellschaft.

In meinem Job arbeite ich für verschiedene Firmen und Organisationen, darunter auch politische Think-Tanks, Stiftungen oder Humanistische Vereinigungen. Hier berate ich in zur Kommunikation und sorge für deren mediale Umsetzung. Hier bin ich normaler Dienstleister, während andere inhaltlich federführend sind.

Wer über mich recherchiert – z.B. im Zusammenhang mit Verschwörungsglauben – sollte mich zumindest nicht mit meinen beiden Namensvettern namens Peter Iblher verwechseln. Einer von ihnen ist Mitglied bei den Rotariern, mit denen ich ansonsten keine Berührungspunkte habe.

Danke!

Ich möchte mich von ganzem Herzen bedanken bei
• den Mitdenkern der gbs und ihren 10.000 Fördermitgliedern für die Inspiration und Unterstützung
Nikolai für den Impuls, diesen Blog anzufangen
• der Plattform und den Fotografen auf Unsplash für ihre Fotos sowie den ungenannten Fotograf*innen vom Adobe Stock
Deepl für die enorme Erleichterung beim Übersetzen
• allen die mir auf Twitter folgen
• allen die ich verlinkt oder geliked habe für ihr Engagement und konstruktiven Beiträge
• allen die feststellen, dass ich ihre Ideen aufgegriffen habe und das gut finden