Über mich und diesen Blog

 

Bei aller Liebe zum Detail – ich bin doch eher Generalist als Spezialist. Und ich betreibe diesen Blog, mit freundlicher Unterstützung der Giordano Bruno Stiftung (gbs), neben meiner normalen Arbeit als Kommunikationsdesigner in Berlin.

Seit rund zehn Jahren arbeite ich u.a. mit der gbs an Kampagnen zu religiösem Fundamentalismus, Kinderrechten, Sterbehilfe, atheistischen Flüchtlingen und anderen humanistischen Positionen. Im Jahr 2014 war ich ziemlich empört über das große Datenschutz-Desaster inmitten „unserer freien Welt“, dem NSA-/Five-Eyes-Skandal. Snowdens Formulierung dazu, „Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die solche Dinge tut” konnte ich mich anschließen.

Als die Politik die Sache aussaß und über Jahre keine echten Verbesserungen erreicht wurden, beschloss ich statt zuzuschauen, wie unsere Zivilgesellschaft weiter untergraben wird, mich mehr mit den digitalen Themen zu befassen. So kam es, dass ich 2018 einen Workshop für die gbs und den hpd veranstaltet habe, in dem humanistische Positionen zu einem breiten Spektrum von IT-Fragen diskutiert wurden. Das daraus entstandene Positionspapier „WIE muss Technik?“ kann hier geladen werden. (Auf englisch: hier) Es enthält eine Reihe von Vorschlägen zu digitalen Grundrechten, die wir u.a. bei der UNO eingereicht haben.

Einerseits war ich erleichtert festzustellen, wie viele intelligente Menschen an Lösungen für eine freie und pluralistische Zukunft arbeiten. Andererseits erlebte ich, wie Diskussionen oft absichtsvoll in abseitige Gefilde gesteuert wurden und die grundlegenden Fragen aus dem Blickfeld gerieten. Die grundlegendste ist dabei die nach der menschlichen Natur und unserer Fähigkeit, Probleme durch die Vereinbarung von Regeln zu lösen. So, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 70 Jahren geschehen ist, die unbestritten einen Meilenstein in der Entwicklung des Menschen darstellt.

Darum geht es in diesem Blog also: um neue digitale Regeln für lebendige, pluralistische Gesellschaften. Denn ur diese haben das Potenzial, unsere zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen.

Peder Iblher
Referent für digitale Grundrechte
bei der Giordano-Bruno-Stiftung

Die gbs und ihre Philosophie

Die Giordano Bruno Stiftung (gbs, gegründet 2004) als Think-Tank zu bezeichnen ist eigentlich ein Understatement. Ihr Beirat vereint rund 50 kluge und klügste Menschen aus Wissenschaft, Philosophie, Kunst, Publizistik und anderen Fächern. Ihr Förderkreis umfasst inzwischen über 10.000 Personen.

Auch das Themenspektrum hat sich, ursprünglich ausgehend von Religionskritik, erheblich verbreitert. Es reicht von Schulmaterialien zur Evolution über ein naturalistisches Weltbild in der Medizin oder Hilfe für atheistische Flüchtlinge bis hin zum Recht auf einen selbstbestimmten Tod. Grundsätzliche Fragen werden gestellt, etwa die nach Grundrechten für Menschenaffen oder dem Transhumanismus.

Die zugrundeliegende Philosophie leitet sich von humanistischen Klassikern wie Epikur oder den Denkern der Aufklärung her und beruft sich vor allem auf den evolutionären Humanismus Julian Huxleys. Dieser trug als erster UNESCO-Generalsekretär maßgeblich zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bei. „Evolutionäre Humanisten treten entschieden für die Werte der Aufklärung, für kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Freiheit und soziale Gerechtigkeit ein“, heißt es in der gbs-Broschüre Aufklärung im 21. Jahrhundert.

Die Digitalisierung sieht die gbs als einen mitentscheidenden Faktor zur Ausgestaltung der Zukunft. Eine entsprechende Ethik entwickelt sich erst schrittweise und muss gesellschaftlich verhandelt werden. In mehreren Zukunftssymposien hat die gbs gemeinsam mit der Integrata Stiftung  und dem Weltethos Institut über Fragen der KI und Datenethik konferiert. Die in einem von mir initiierten Workshop 2018 erarbeiteten Positionen zur Digitalisierung sind in der gbs-Broschüre WIE muss Technik? zusammengefasst.

Die Debatten allgemeinverständlich und interdisziplinär zu begleiten dürfte einer der Beiträge sein, den Humanisten in der Diskussion leisten können. Auch wenn wir natürlich in unseren eigenen Ideen und Filterblasen gefangen sind, so sind wir doch frei von Partikularinteressen und fühlen uns nur dem Gemeinwohl verpflichtet.

Danke!

Ich möchte mich von ganzem Herzen bedanken bei
• den Mitdenkern der gbs und ihren 10.000 Fördermitgliedern für die Inspiration und Unterstützung
Nikolai für den Impuls, diesen Blog anzufangen
• der Plattform und den Fotografen auf Unsplash für ihre Fotos – das mit der Attribution bekomme ich noch hin
• andere Bilder sind auf Adobe Stock lizensiert – danke auch den hie ungenannten Fotografen
Deepl für die enorme Erleichterung beim Übersetzen
• allen die mir auf Twitter oder Facebook folgen
• allen die ich verlinkt oder geliked habe für ihr unermüdliches Engagement und ihre konstruktiven eigenen und geteilten Beiträge
• allen die den Eindruck haben, dass ich ihre Ideen aufgegriffen habe und darüber nicht böse sind